Informationen über Studierende und Absolventen des Fachbereichs Sozialökonomie (ehemals HWP)

Unterschiedliche Biographien und Sozialdaten

Die Studierendenpopulation ist sehr heterogen. Da studiert der zwanzigjährige Absolvent eines Wirtschaftsgymnasiums neben der vierzigjährigen Mutter von zwei Kindern, die eine frühzeitig unterbrochene Bildungslaufbahn wiederaufnehmen will. Der erfolgreiche kaufmännische Angestellte, der für den weiteren beruflichen Aufstieg einen akademischen Abschluss braucht, steht neben dem Facharbeiter, der sich eine ganz neue Lebens- und Berufsperspektive schaffen will. Für einige ist es nur ein Wechsel von der Schulbank oder von einer anderen Hochschule in den Hörsaal, um möglichst schnell einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss zu erhalten, andere kommen nach längerer Berufstätigkeit in vollkommen neue Lebens- und Arbeitsbezüge. Die große Mehrheit aller Studierenden hat aber eine mehrjährige Berufserfahrung bzw. Berufsausbildung. Die Heterogenität der Studierendenschaft bietet allen die Chance, den eigenen Horizont zu erweitern, von anderen zu lernen und sich mit kontroversen Meinungen auseinanderzusetzen. Die für die Berufspraxis so wichtige "soziale Kompetenz" kann außerhalb von Lehrveranstaltungen und sehr lebensnah erworben werden.

Da die meisten Studierenden eine abgeschlossene Berufsausbildung und häufig auch eine längere Berufspraxis haben, liegt das durchschnittliche Alter bei Studienbeginn bei ca. 27 Jahren. Die Zahl der Studierenden mit Abitur ist in den letzten zwanzig Jahren gestiegen und liegt in etwa bei 60-70%. Kontinuierlich gestiegen ist in diesem Zeitraum auch der Frauenanteil in der Studierendenschaft; er liegt gegenwärtig bei 50%. Bemerkenswert ist, dass bei den Studentinnen die Abbruchquoten niedriger, die Studienzeiten kürzer und die Prüfungsergebnisse besser sind.

Auch der Anteil der ausländischen Studierenden ist gewachsen und hat 2002 in der Bachelor-Stufe den im Verhältnis zu anderen Studiengängen relativ hohen Anteil von 16% erreicht. In der zweiten Studienstufe ist der Anteil noch etwas höher, weil die internationalen Master-Programme konzeptionell eine hohe Beteiligung ausländischer Studierender vorsehen.

Pro Jahr schließen rund 300 bis 400 Absolvent/innen den ersten Studienabschnitt ab, davon ca. 60% als Diplom-Betriebswirt/innen. Ca. 10-15% haben jeweils Volkswirtschaftslehre oder Soziologie oder Rechtswissenschaften als Schwerpunktfach gewählt.

Studiendauer und Studienerfolg

Die Regelstudienzeit für die erste Studienstufe beträgt 6 Semester. Die tatsächliche Studiendauer lag bezogen auf das arithmetische Mittel (durchschnittliche Studiendauer) 2001 bei 7,4 Semestern. Nimmt man den Median (mittlere Studiendauer) als Maß, kommt man bei den Absolventen des Jahres 2002 auf 7,0 Semester, d.h. die Hälfte der Studierenden hat das Studium in sieben Semestern oder weniger abgeschlossen.

Die HWP zeichnete sich im Vergleich zu den anderen Hamburger Hochschulen durch eine hohe Studienerfolgsquote aus. Der Bericht der Hamburger Strukturkommission vom Januar 2003 (S.27-29) kritisiert, dass die Hochschulen der Hansestadt im Schnitt nur die Hälfte der Studienanfänger/innen zu einem Abschluss bringen. Die Studienerfolgsquote der HWP lag dagegen bei ca. 70%.

Studienzufriedenheit und Berufschancen

Die Absolvent/innen der ersten Studienstufe der HWP haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und erreichen nach den vor einigen Jahren durchgeführten Absolventenbefragungen hinsichtlich Einkommen und beruflicher Position die gleichen Werte wie Absolvent/innen acht- bis zehnsemestriger universitärer Studiengänge

Angesichts dieser positiven Daten überrascht nicht, dass die Absolventinnen und Absolventen ihr Studium gerne weiterempfehlen. Dies belegen die Ergebnisse von 1997 und 1998 durchgeführten Befragungen. 29% würden das Studium nachdrücklich empfehlen, 42% würden es empfehlen. Wahrscheinlich abraten bzw. nachdrücklich abraten würden nur 2,2 bzw. 0,4%.

Bei den Teilzeitstudierenden der HWP ist die Zufriedenheit sogar noch ausgeprägter. Laut einer Umfrage im Jahr 2002 empfehlen 40,8% das HWP-Studium nachdrücklich und 46,5% wahrscheinlich.

Insgesamt bescheinigen die HWP-Studierenden dem ersten Studienabschnitt nach einer früheren Absolventenbefragung einen hohen Nutzen und zwar sowohl für den Beruf als auch für die persönliche Entwicklung.

Versucht man eine Gruppenbildung, käme man zu den folgenden Kategorien:
  • Abiturient/innen mit Berufserfahrung
  • Berufserfahrene ohne Hochschulzugangsberechtigung, die in einer Aufnahmeprüfung ihre Studierfähigkeit nachweisen
  • Berufstätige mit und ohne Abitur, die neben dem Job ein Teilzeitstudium an der HWP absolvieren
  • Abiturient/innen direkt von der Schule
  • Absolvent/innen von Fachoberschulen (FOS), höheren Handelsschulen
  • Quereinsteiger/innen von anderen Hochschulen oder Berufsakademien
Wer besonders ausführliche Informationen über die Studienverläufe und den Studien- und Berufserfolg von Studierenden des zweiten Bildungsweges haben will, kann diese einer 19-seitigen Ausarbeitung entnehmen, bei der im Jahr 2005 alle vorliegenden Informationen zusammengefasst wurden.

Über die Ergebnisse der jüngsten Absolventenbefragung der Jahrgänge 2006 und 2007 können Sie sich hier informieren (pdf-Datei, 206 KB).